Sebastian Zens‘ erster Marathon

KölnMarathon 2018 – LAUF-FREUDE – Frontrunner Sebastian Zens startete sein erfolgreiches Marathon-Debüt und wird 46. der Gesamtwertung mit einer Zeit von sensationellen 2:49:27 !!!

Wir sind wahnsinnig stolz und gratulieren herzlich !

Es ist der 7. Oktober 2018, als Sebastian pünktlich um 10.00 Uhr aus dem roten Block am Ottoplatz startet. Sein erster Marathon, nicht nur unter Lauf-Freude-Flagge, sondern überhaupt. Susan und Gregor – selber beim Halbmarathon (Susan) bzw. Marathon (Gregor) gestartet – hatten ihn gespannt im Blick. Die Aufregung war unfassbar groß. Natürlich hatte Sebastian den akribisch ausgetüftelten Trainingsplan exakt umgesetzt und glücklicherweise ging er gesund und unverletzt durch die Vorbereitungszeit. Dennoch: der erste Marathon bleibt tricky. Weiß ein Läufer doch noch nicht wie sich die lange Strecke im Wettkampftempo anfühlt. Grade bei unserem sehr ehrgeizigen Sebastian war die Angst, dass er am Anfang überpaced, gross.

 

Doch er gab sein Debüt nicht nur überaus erfolgreich sondern auch konzentriert und vernünftig, wenn am Ende doch schneller als geplant. Die Zielzeit hatten wir für diesen „Testmarathon“ zunächst auf sub 3 h angesetzt, im Verlauf des Trainings auf sub 2:55 h korrigiert. Unter 2:50 h sollte es am Ende werden. Eine phantastische Leistung unseres herausragenden Läufers. Wir sind immer noch völlig „aus dem Häuschen“.

Doch nach dem Marathon ist vor dem Marathon und spätestens in Frankfurt 2019 soll die 2:45 h Sebastian zum Opfer fallen ! Das wird er schaffen- sicher ! Wer, wenn nicht er ?

Köln jedenfalls hat er gerockt und ist gesund ins Ziel eingelaufen !

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH !!!

Sebastian Zens läuft den ersten Wettkampf im LAUF-FREUDE-Trikot !

Maare-Mosel-Halbmarathon:
Sebastians erster Wettkampf im LAUF-FREUDE-Trikot !
Dritter Platz in 1:18:01 (21,2 km !) !

Daun, 25.8.2018
Wir sind zur Wettkampfbegleitung unseres „Flitzies“, Sebastian Zens, in der Eifel. Bis hierhin haben wir Sebastian mit Leistungsdiagnostik und akribischer Trainingsplanung vorbereitet; und er hat hart und konsequent trainiert. Typisch Sebastian: immer einen Tick weiter und schneller als gefordert…

Nun konnte er für sich und LAUF-FREUDE die Ernte einfahren und das in seinem Heimatort. Auf einer anspruchsvollen, hügeligen Strecke wurde er dritter von insgesamt 292 Startern in einer sensationellen Zeit von 1:18:01. Schlagen konnten ihn nur Sammy Schu (1:13:52) und Martin Müller (1:13:59).

Ein aufregendes Wochenende für die drei LAUF-FREU(N)DE ! Sebastian und seine Trainer in der Eifel. Susan und Gregor reisten am Vorabend des Wettkampfes in Schalkenmehren an, um sich schon mal zu akklimatisieren vor dem bevorstehenden Wettkampf des LAUF-FREUDE-Frontrunners Sebastian Zens. Nachdem sie bei einem langen Lauf am Samstagmorgen schon mal die für Sebastian zu laufende Strecke abschnittweise erkundeten, trafen sie sich um 16.00 Uhr mit ihrem Frontrunner am Hotel Schneider (übrigens sehr zu empfehlen dieses Haus mit seinen überaus netten und dienstbeflissenen Mitarbeitern !).
Dann ging es nach Daun, wo der Start dieser Punkt-zu-Punkt-Strecke war.

Nach den obligatorischen Fotos bereitete Gregor „unseren“ Sebastian auf den Wettkampf vor…Warmlaufen…Lauf-ABC…Steigerungsläufe… ein paar Minuten das übliche Programm. Ziemlich bald ging es dann an den Start und die Aufregung wuchs. Die drei später Erstplatzierten Sammy Schu, Martin Müller und Sebastian Zens zu recht an vorderster Front.

Schließlich fiel der Startschuss und schon waren die Drei unserem Blickfeld entrückt. Unglaublich wie schnell die sind ! Der Streckenverlauf führte das Feld nach rund einem km nochmal am Startpunkt vorbei, so dass wir uns schon zu Beginn direkt einmal einen Eindruck von Sebastians Verfassung machen konnten. Wie erwartet war die spitzenmässig.

Sebastian lief – wir auch ! Nämlich zum Auto, um Sebastians Passieren in Schalkenmehren nach ca. 12 km nicht zu verpassen. Es war tatsächlich gar nicht so einfach, weil Sebastian einfach unfassbar schnell ist. Dennoch schafften wir es rechtzeitig, sahen Schu und Müller vorbeifliegen und wenig später Sebastian. Nach rund 12 km war er bei 42 min und war damit schon fast 4 min schneller als für diese Distanz geplant.

Wenige Sekunden sahen wir ihn, dann rannten wir wieder zum Auto, um rechtzeitig zum Zieleinlauf in Gillenfeld zu sein. Allzu lange standen wir noch nicht dort, als Sammy Schu (1:13:52) dicht gefolgt von Martin Müller (1:13:59) ihr Rennen in unfassbaren Zeiten finishten. Einige wenige Minuten, gefühlte Ewigkeiten, mussten wir warten. Dann sahen wir Sebastian um die Kurve kommen. Der Blick auf die Uhr zeigte zu diesem Zeitpunkt eine 1:17:48 und Susan schrie „SEBASTIAN !!!! LAUF !!!!!“ Wahrscheinlich hatten die meisten Umstehenden Tinitus danach. Sebastian selber sah die Uhr recht spät aber ALS er sie sah – sie zeigte immer noch eine 1:17:5x – mobilisierte er unfassbare Energien und legte einen Endspurt hin, der seinesgleichen sucht. Wir fragen uns immer noch, wie das nach einem solchen Rennen körperlich machbar ist.
Am Ende wurde es trotzdem eine 1:18:01 – ABER ! Die Strecke war auch 21,2 km, statt der offiziellen Halbmarathondistanz von 2,1 km, lang. D.h. tatsächlich ist Sebastian hier einen streckenschweren Halbmarathon in unter 1:18 gelaufen.

Zieleinlauf Sebastian Zens Maate-Mosel-Halbmarathon

Das war ein ganz böser Sprint gegen die Uhr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Herzlichen Glückwunsch und größten Respekt, Sebastian.
Wir sind sehr stolz auf unseren Lauf-Freude-Frontrunner!!

 

 

 

Sicher war es für Sebastian ein besonderes Gefühl. Das erste mal, dass er hier, in seiner Heimat, diesen Halbmarathon lief und auch direkt auf’s Treppchen kam. Seine Familie, ebenfalls vor Ort, nahm es gelassen und konnten Susans und Gregors Freude-Kollaps nur bedingt nachvollziehen. „Ja, sagt Sebastians Mutter, „die Kinder sind schon immer ganz gern gelaufen“ und trinkt in Ruhe an ihrem Kaffee.

UNSERE Spannung jedenfalls steigt. An 7. Oktober startet Sebastian seinen allerersten Marathon. Natürlich im LAUF-FREUDE-Trikot…

 

Mal anders… Thema Lifecoaching

Eine seltsame Sache das – also das Leben. Der Alltag ist rasant, man hat seine Pflichten, Aufgaben, tägliche Routinen und zwar mit allem. Wir sind immer erreichbar, immer gut drauf, immer verlässlich, berechenbar. Na ! Das ist doch schön für unsere Umwelt. Was aber passiert, wenn wir mal stehen bleiben, Aufgaben auf Erledigung warten, nicht erreichbar sind und damit die tägliche Routine durchbrechen ???

Habt Ihr das mal versucht ? Mal geschaut was passiert ? Nichts ? Viel ?? Wie reagieren Bekannte, Freunde, Familie ? Was genau ist los, wenn wir UNBERECHENBAR werden ?

Eigentlich ist ja immer alles gut oder zumindest tun wir so, weil „ungut“ ist nicht gern genommen. „Schlecht“ möchte niemand als Antwort bekommen auf die Frage „Wie geht es Dir ?“. Das sieht man an der verdutzten Hilflosigkeit, die einem prompt entgegenschlägt, wenn man die nicht erwartete Antwort gibt. Das Gegenüber ist sofort hilflos.

Ja aber was ist mit uns selber ? Geben wir uns selber immer die richtige, also die wahre Antwort auf Fragen ? Stellen wir sie uns überhaupt ? Wann hast du dich zuletzt gefragt „wie geht es mir ?“ und hast dir ehrlich geantwortet ? Ist es nicht vielmehr so, dass wir Gewohnheitstiere nicht nur immer wieder das selbe Handeln an den Tag legen, sondern auch die selben Gedanken denken und – schweifen diese einmal ab und gehen völlig selbstständig verbotene Wege – erschrecken wir uns. Viele von uns sind zwar nicht so richtig unglücklich aber auch nicht so richtig zufrieden. Das hat natürlich die verschiedensten Ursachen und am Ende ist fast jede Befindlichkeit die Summe aus vielen Dingen.

Ein großes Problem unserer Zeit ist, dass sie immer zu fehlen scheint – also die Zeit. Die Zeit für uns selber. Die Zeit für Gedanken, Wünsche, Träume – und nicht zuletzt für Veränderungen. Wir stecken so fest drin in unseren menschlichen und beruflichen Verstrickungen, dass jede abweichende Bewegung uns vorkommt wie eine Schlinge, die sich zuzieht und uns die Luft zum Atmen nimmt. Nicht gut….gar nicht gut ! Nur Mut !

Wir drehen uns mit unserem „nicht-zufrieden-sein“, „nicht-glücklich-sein“ im Kreis und setzen innerhalb dieses Kreises immer wieder neu an. Doch ändern wir weder Richtung noch Perspektive. Was also wollen wir dabei entdecken, das uns neue Wege zeigt ? Wie ein Lemming rennen wir in unserem Kreis oder unserem Hamsterrad und es scheint kein Entrinnen zu geben. Alles auf einmal können wir nicht begreifen, nicht ändern. Das heißt aber nicht, dass wir vollkommen machtlos ausgeliefert sind. Ohne sich aber in Bewegung zu setzen geht nichts ! Versuch es einfach mal. Versuche es in kleinen Schritten und entdecke dein Leben, deine Welt, deine Möglichkeiten neu. Mach’s mal anders. Anders, als du es gewohnt bist, anders, als es von dir erwartet wird, mach es mal so, wie es nicht klar auf der Hand zu liegen scheint.

„Interessant“ mag der ein- oder andere jetzt denken – wie aber bitte soll das aussehen ? Ganz einfach ! Nutze z.B. ein paar Minuten oder auch eine ganze Stunde am Tag z.B. primär mit der linken statt der rechten Hand zu agieren. Befindest du dich in einer Situation in der du üblicherweise wütend / traurig / enttäuscht… reagierst, dann lache ganz bewusst. Reagiere insgesamt einfach mal ganz anders, als deine Mitmenschen es erwarten und von dir kennen. Iß Dinge, die du normalerweise nicht ißt, versuche mal einen anderen Sport – oder treibe ÜBERHAUPT mal Sport, wenn du sonst auf der Couch liegst. Erledige Dinge mal ganz bewusst nicht – speziell die Sachen, die es deiner Umwelt gemütlich und bequem machen (einkaufen, aufräumen, kochen, Taxi spielen usw.). Geh einfach mal weg und kümmere dich um dich selber. Reflektiere dein Leben, deine Beziehungen, sortiere…setz Prioritäten. Vielleicht fällt dir dabei auf, dass längst nicht alles und alle so wichtig für dein Wohlbefinden ist / sind, wie dir glaubhaft gemacht wurde oder du dir selber eingeredet hast.

Einfach mal neue Wege gehen und sich selbst, die Welt, die Menschen, das Leben neu entdecken… Alles ist machbar, alles ist möglich aber losgehen musst du !

Ich wünsche eine gute, spannende und bunte Reise…

Auf Wiedersehen Hamburg

Der Abreisetag
Susan’s Gedanken nach dem ersten Marathon

Guten Morgen Hamburg heißt es heute vorerst zum letzten Mal. Der Himmel ist grau, es regnet ein wenig und irgendwie macht das Wetter einen bedrückten Eindruck. Mir geht es auch ein wenig so, heißt es doch Abschied nehmen von dieser wunderbaren Stadt, an die ich nun – nachdem ich meinen allerersten offiziellen Marathon hier gelaufen bin, einmal mehr gerne denken werde.

Es war eine großartige, eine wunderbare Zeit hier und obwohl sich alles Denken und Tun praktisch nur um diesen einen Lauf drehte, hatte es was von Urlaub. Irgendwie bin ich fast ein wenig erstaunt darüber, dass dieses Großereignis alle meine gedanklichen und körperlichen Kapazitäten gebündelt hat. So, als würde das ganze Leben aus nichts anderem bestehen – zumindest in diesem Augenblick, diesen Tagen hier. Das „normale“ Leben war ganz weit weg, so fokussiert war ich auf mein Ziel. Selten konnte ich bis heute im Leben Dinge so ausblenden. Vielleicht konnte ich es überhaupt noch nie in diesem Maße.

Gestern Abend lag ich im Bett und dachte an einen Lauftrainer-Kollegen. Lieber Sören Link, als Du letztes Jahr im Oktober zum Halbmarathon in Köln und bei uns zu Gast warst haben wir uns viel unterhalten. U.a. über das „Museum des Lebens“, darüber, dass wir alle dafür selbst verantwortlich sind unser Museum mit möglichst vielen schönen Bildern zu füllen, die wir – irgendwann am Ende angekommen – gerne betrachten werden. Das hier, dachte ich, das hier ist so ein Bild. Es war der perfekte Moment, die totale Zufriedenheit, das greifbare Glück und gestern Abend plötzlich war es so präsent, als hätte ich es in die Hände nehmen können. Ich bin so dankbar.

Und dann dachte ich an das große Ganze, daran welches Glück ich in meinem Leben habe und immer schon hatte. Wie gut es das Leben mit mir gemeint hat mit seinen verschlungenen Wegen, die nicht immer klar vor mir lagen, von denen ich oft nicht wusste wohin sie führen. Manchmal waren sie geprägt von einer klaren Zielsetzung – aber eher selten. Nicht immer waren sie einfach, oft genug waren die Umstände es nicht oder ich habe sie mir selber unnötig schwer gemacht. Am Ende eines Weges oder eines Streckenabschnitts jedoch war immer alles gut und meistens konnte ich ein wunderbares Bild in mein Museum tragen.

So flossen meine Gedanken gestern dahin und ich dachte an Emil Zatopek und seinen bekannten Spruch „Willst Du laufen, so lauf eine Meile. Willst Du aber ein neues Leben, dann lauf Marathon“. Diesen Spruch hatte ich all die Jahre im Kopf, in denen ich den Wunsch eines Tages mal Marathon zu laufen, in mir und vor mir her trug. Für mich mal wieder wenig erstaunlich, dass meine Bebe  mir just diesen Spruch als Karte bei meiner Abreise nach Hamburg mitgab. Sie wusste zwar nicht, dass Zatopeks Worte so viele Jahrzehnte in mir waren aber – wie immer – wählte sie intuitiv den Spruch, der mich innerlich antrieb. Bebe… sie ist einfach wunderbar. Was hatte ich für ein unglaubliches Glück ihr begegnen zu dürfen. Sie ist immer Kraft, immer Halt, sie ist Freude…sie ist so viel für mich. Das Leben ohne sie ?? Unvorstellbar mittlerweile.

Willst Du ein neues Leben, dann lauf Marathon. Ich war so unheimlich gespannt darauf, was Zatopek meinte, wollte wissen, was es mit MIR macht. Nun sind seit dem Zieleinlauf rund 40 Stunden vergangen und so ganz allmählich tropft das Wissen darum in mein Herz und in mein Bewusstsein. Ich denke, dass das, was mit einem passiert, sehr individuell ist. Fakt ist, dass etwas passiert. Schwer in Worte zu fassen und sicher sowieso auch sehr persönlich, fast intim. Doch kann ich trotzdem sagen, ein Effekt ist, dass Relationen sich verschieben,mancher Gedanke, manches Gefühl sich einen neuen Platz sucht, Wichtiges und Unwichtiges sich neu sortiert. Ferner glaube ich, dass dies ein Prozess ist, der Tage, Wochen, Monate, vielleicht Jahre oder gar das ganze Leben andauert. Einen neuen Blick erlaubt dieses Ereignis in jedem Fall…

An dieser Stelle endet mein Susan’s goes Marathon – Tagebuch und ich sage DANKE. Danke für Eure Aufmerksamkeit, für Eure Begleitung. Danke, dass ich all das hier erleben durfte. Nun ist es Zeit ein neues Ziel zu definieren…

Ich werde ein würdiges finden um irgendwann das nächste wundervolle Bild in mein Museum zu tragen.

Bis dahin – bleibt uns treu !

Der Tag danach – Der Rückblick

42 km sind echt lang…
Susan’s Gedanken nach dem ersten Marathon

Montag, der 30.04.2018. Es ist der Tag nach dem Hamburg-Marathon. Wieder mal sitze ich draußen und das nette Mädel vom Service hat mir heimlich den ersten Kaffee gemacht, der mir erst ab 8.00 Uhr zusteht. Selten war ich dankbarer für einen Kaffee als jetzt, in diesem Moment. So sitze ich in der Ruhe des noch jungen Tages, die Welt um mich herum erwacht so ganz allmählich in dieser Stadt, die ich so sehr mag. Wieder einmal stelle ich für mich fest wie wunderschön Hamburg ist.

Ich lasse den gestrigen Tag Revue passieren, den Lauf… Gestern um diese Zeit lagen sie noch vor mir, diese 42,195 km, die tatsächlich ganz schön lang sind.
Im Trainingsmarathon, den wie vor ca. 4 Wochen gelaufen sind, kamen sie mir gar nicht so lang vor und er verursachte auch keine Probleme in den Gräten.
Heute hingegen schmerzen meine Beine schon arg. Bei jeder Bewegung kollabieren Quadrizeps links und rechts. Ich hatte mit Problemen in der Hüfte oder der Achillessehne gerechnet – aber nein, die vordere Oberschenkelmuskulatur ist mir richtig böse. Aber wenn es weiter nichts ist…
Schon erstaunlich was es ausmacht 30-40 sec. auf den km schneller zu laufen. Der Kraftaufwand ist tatsächlich ungleich größer.

Rückblickend bin ich immer noch überrascht wie gelassen ich diesen Marathon angetreten bin. Tiefenentspannt war ich gestern bis zum Start, kein Stress, keine Hektik, keine Angst, keine Zweifel. Ich war mental unfassbar gut aufgestellt und ich denke, es war clever rechtzeitig anzureisen. Es war gut, dass ich einen Tag Zeit hatte hier anzukommen und mich gedanklich einzustellen auf das war vor mir lag.

Entgegen aller Planung habe ich doch 5 Löffel Müsli gegessen um 6.00 Uhr. Ob das eine schlaue Entscheidung war vermag ich nicht zu sagen. Offensichtliche Probleme hatte ich dadurch jedenfalls nicht. Vielleicht wäre ich schneller gewesen, wäre der Magen nicht so voll gewesen :-)) ?!? Gregor kam um kurz vor acht zum „Frühstück“. Auch er trank kurz einen Kaffee und aß einige wenige Löffel Müsli. Dann machten wir uns los zum Bus. Wir waren zeitlich perfekt vor Ort, konnten das, was zu tun war in Ruhe erledigen, obwohl die Wege lang waren. Für die Abgabe des Kleiderbeutels z.B. mussten wir einen gefühlten ersten Marathon absolvieren. Zwei Toilettengänge für jeden von uns. Kompliment an Hamburg. Die Orga hier ist der der Kölner deutlich überlegen ! Nahtlos ging es zur Aufstellung in die Startblöcke. Gregor „E“ und ich „F“. Kurz danach startete auch schon Block A. Wenige Minuten später durfte auch ich die Startlinie überqueren. Auch das ging zügig. In Köln dauerte es pro Startblock deutlich länger trotz geringerer Teilnehmerzahl.

Ja, und dann ging es los. Ich trabte an und da wurde mir erst bewusst was los war. Ich passierte km 1 und dachte „noch 41 km“. Geplant war eine Durchschnittspace von 5:15 min/km. Die ersten 5 km lief ich irgendwie wie in Trance. Es lagen so viele km vor mir, dass es sinnlos war sich Gedanken darüber zu machen. Erste Zwischenzeit nach 5 km: 26:38 min. Ich lag also rund 5 sec. / km unter Plan – was für die ersten 5 km OK und richtig war. Die 10 km hatte ich nach 53:01. D.h. mit 5:18 min/km lag ich immer noch knapp unter meiner angestrebten Durchschnittspace. Das war nicht so geplant 🙁 aber ich wusste, dass ich rund 10 km brauche um mich einzugrooven. Nach 15 km waren 1:19:12 h ins Land gegangen – also 5:16 min/km. Noch immer war ich der Meinung, dass ich am Ende des Laufes wenigstens die 3:45 h knacken kann. 20 km nach 1:47:07… Bis zum Halbmarathon, den ich nach 1:53 h erreicht hatte, sah ich diese Endzeit als möglich an. Doch danach wurde schnell klar, das gibt nix mehr. Zunächst dachte ich wenigstens unter 3:50 h bleiben zu können, doch die Kräfte schwanden, es war warm, ich musste (zu) oft trinken und das fraß sukzessive meine Zeit auf. Schließlich war es egal. Die Zielzeit war längst abgehakt… Nur die Blöße womöglich über 4 Stunden zu brauchen wollte ich mir wirklich nicht geben. Immer wieder gab es km, wo ich dachte „jo, läuft wieder“, dann wieder nicht… Ich kämpfte mich ab km 36 vorwärts, von Wasserstation zu Wasserstation…. 7 km noch, Susan,.. 6 km noch… 5 km noch… Die Strecke nahm kein Ende am Ende. Schließlich km 40 ! Das endgültige Ende dieses Wahnsinnslaufes vor Augen blieben immer noch 2195 m zu absolvieren. Man soll es nicht glauben wie lang die werden können. Dann um die letzte Kurve – in die Zielgrade… Irgendwo, da ganz hinten, das Ziel im Blick… der rote Teppich…nur noch ein kurzes Stück. Dann durch’s Ziel. Du hörst auf zu laufen und es fühlt sich ganz seltsam an…so unwirklich… die Menschenmassen…der Sprecher…alles ist so laut und in Dir ist’s ganz leise. Eigentlich fühlt man sich, als müsse man stehen bleiben und sich sortieren…wo bin ich, was ist hier los aber die immer weiter ins Ziel laufenden Menschen machen das unmöglich. Du musst weiter gehen, immer weiter…irgend jemand drückt mir meine Medaille in die Hand, dann kommen die Futterbuden… Wasser, Bananen, Äpfel, Melone, Brühe, Salzbrezel…. ich will und brauche das alles nicht. Ich will nur weg, will Ruhe, will mich wiederfinden und verstehen…

Bei der Abholung meines Kleiderbeutels treffe ich Gregor wieder. Wir fangen an uns gegenseitig unsere Zeiten zu erzählen, wie der Lauf war… Wir sprechen wenig, nur das Nötigste und machen uns schließlich auf den Rückweg ins Hotel. Gregor meinte, es wäre gut für Gräten und Muskeln, wenn wir die 4 km bis zum Hotel gingen. So taten wir. Ich persönlich wäre auch um einen fahrbaren Untersatz nicht böse gewesen 😉

In der Ruhe meines Hotelzimmers komme ich so ganz langsam bei mir an. Eine heiße Dusche, eine sehr lange heiße Dusche, später sind mir auch meine Muskeln nicht mehr SO böse und das normale Leben kann allmählich wieder aufgenommen werden.

Rückblickend kann ich sagen, dass es mir den ganzen Lauf über gut ging. Natürlich war ich erschöpft und das früher als mir lieb war. Ein richtig mega-Lauf, wie in Köln, war es nicht. Warum auch immer aber ich hatte auch keine Probleme. Der gefürchtete „Mann mit dem Hammer“ blieb mir erspart, kein Unterzucker, keine gravierenden Schmerzen, keine Herz-Kreislauf-Probleme… Luft zu basch. Erstaunlich eigentlich. Bis ?? km 40 atmete ich ziemlich normal. Auch die Herzfrequenz war und blieb wirklich gut. Ich war WIRKLICH gut trainiert an den Start gegangen, das konnte ich merken, das beruhigte mich. Danke Gregor !

Winfried – mein „Weltmeister-Onkel“ sagte mal, dass die meisten Hobbyläufer beim Marathon starten, die zwar gut auf die halbe aber nicht auf die volle Distanz vorbereitet sind. Ich denke er hat recht. Zu viele konnte ich scheitern sehen unterwegs. Bei mir war das anders. Ich war gut vorbereitet auf diese magischen 42,195 km, auf die Königsdisziplin. Warum es trotzdem nicht lief ? Ich vermag es nicht zu sagen. Außer der Temperatur (viel zu warm für mich) fällt mir kein nachvollziehbarer Grund ein. Auch der Mentaltrainer in mir hat einen riesen Job gemacht, der Ernährungsberater in mir hat ebenfalls nicht versagt. – Manchmal ist es einfach nur Tagesform… nicht zu ändern. Vorzuwerfen habe ich mir nichts und so nehme ich es als Geschenk, dass ich gut und gesund und wenigstens unter 4 Stunden ins Ziel gekommen bin.

Gregor plante gestern beim Abendessen unsere Trainings- und Wettkampf- Strategie für den Marathon in Köln im Oktober. GEH MIR WEG !!! Darüber ist in diesem Moment mit mir noch nicht zu sprechen. Ich finde Halbmarathon ist doch auch eine schöne Distanz !

Tag X ist gekommen… 29.04.2018… HASPA-MARATHON

Susan’s Gedanken zum ersten Marathon, Teil 6

Der Countdown ist nun endgültig heruntergezählt, es ist Wettkampftag und 42,195 km liegen vor mir. Verbleibende Zeit bis zum Startschuss: 3,5 Stunden.

Ich sitze beim Frühstück und trotzdem, dass Ruhe,  Gelassenheit – ja, sogar Freude auf den Lauf, die letzten zwei Tage vorherrschten, kann ich mich einer gewissen Aufregung nicht erwehren. Eigentlich sogar weniger wegen des Laufes als vielmehr bzgl. Ablauf und Orga. Das Hotel veranstaltet extra wegen des Marathons ein frühes Frühstück für die Teilnehmer und so – wen wundert’s – bin ich morgens um 6 Uhr nur von Läufern umgeben, Auf allen Tischen sehe ich das gleiche… Kaffee, Müsli… hier und da einen Orangensaft. Die Stimmung ist gut…ruhig…

Ich konnte sogar ganz gut schlafen, war allerdings früh wach – um 4 Uhr.  Ich habe mich bis 5 Uhr im Bett gehalten und noch ein bisschen visualisiert. Seltsamerweise bleibt diesmal mein typisches „ich bin überhaupt nicht vorbereitet“-Gefühl vor dem Wettkampf aus, was sich im Tapering üblicherweise einstellt. Letzten Sonntag das letzte mal gelaufen. Danach nur noch die Trainings, die wir gegeben haben und trotzdem, dass meine körperliche Verfassung wirklich besser sein könnte (Hüfte zickt, Knie schmerzen beide, rechte Achillessehne ist mir schon lange böse…) sehe ich dem Startschuss entspannt entgegen.

Mein Kaffee ist nun getrunken. Zeit, dass ich mich in meine Kluft schmeiße, Chip an den Schuh fummel, mich beim befestigen der Startnummer obligatorisch mit den Nadeln in den Bauch piekse und mich dann so langsam auf den Weg Richtung Messe mache. Wenn dann erst die ersten 10 km rum sind und ich eingelaufen und hoffentlich im Rhythmus bin, werde ich sehen was heute geht (läuft)…

Wir sehen uns dann erst alle wieder, wenn es vorbei, der Lauf getan ist…

Ich wünsche Euch allen einen schönen Sonntag !

So – WO GEHT ES DENN JETZT ZUM ZIEL ?!

Die letzten 24 Stunden vor dem Start…

Guten Morgen Hamburg
Susan’s Gedanken zum ersten Marathon, Teil 5

Sodele, inzwischen sind wir am Ort des Geschehens eingetroffen und haben die erste Nacht hinter uns. Die Fahrt gestern war ein Drama… bis wir endlich im Hotel waren sind 8 Stunden ins Land gegangen… aber nun ist alles gut 🙂

Ich sitze draussen mit meinem Kaffee und genieße die Ruhe des frühen Morgens in meiner liebsten Stadt (nach Köln, meiner Heimatstadt natürlich !): HAMBURG. Immer schon war klar, dass ich ihn hier laufen werde, WENN ich ihn denn jemals laufe…. meinen ERSTEN MARATHON. Ein seltsames, ja, ganz besonderes Gefühl ist das. Eine nunmehr fast 30-jährige Geschichte nimmt ein Ende.

Für mich ist es noch viel mehr, als „nur“ ein Marathon, auch mehr als „der erste Marathon“. Seit ich eine junge Frau war, Anfang 20 vielleicht, hatte ich den Gedanken im Kopf: irgendwann, wenigstens einmal im Leben, möchte ich einen Marathon laufen. Es war eines meiner Lebensziele, welches von Zeit zu Zeit immer wieder „aufpoppte“ auf meinem Bildschirm… „Jetzt“ ? Nein !…. „Jetzt“ ? Nein !…. Nie war der richtige Zeitpunkt. Viele Jahre wusste ich gar nicht wie ich mich auf so ein Unterfangen  vorzubereiten hätte. Dann bekam ich vielleicht eine Idee davon aber es fehlte die Zeit um eine vernünftige Vorbereitung durchzuziehen… Beruf…Kinder… irgendwas ist ja immer !

Doch dann – nach dem Gregor letztes Jahr im Juli anfing mich auf den Kölner Halbmarathon vorzubereiten (mit einem Trainingsplan, der eigentlich schon fast auf volle Distanz ausgelegt war), der Lauf in Köln dann so sensationell einfach verlief, war klar „JETZT“ ! Und so meldete ich mich exakt einen Tag nach Köln für Hamburg an. Seit dem renne ich Gregor’s Pläne ab, ein Training jagte das nächste…langer Lauf folgte auf langen Lauf… deutlich über 1000 km alleine in 2018 bin ich gelaufen… schnell, langsam, im Intervall, als Fahrtspiel, Crescendo, mit HIITs am Ende eines LDL oder MDL, zügig… usw. Unzählige male war ich in Wuppertal und trainierte die Einheiten mit Gregor zusammen, Stunden über Stunden gingen für Training und drumherum ins Land. Ich jagte mir selber auf dem Weg zum Ziel hinterher… und nun ?  Nun bin ich schon in Hamburg und in exakt 24 Stunden fällt der Startschuss !!! Was soll ich sagen ?

30 Jahre Lebenstraum vor Augen nehmen in 24 Stunden ein Ende und ich kann kaum glauben was ich in diesem Moment denke !!! Nämlich: „ich freue mich total auf den Lauf morgen“.

Also wo bitte geht es denn hier zum Ziel ? 😉

Ihr seid unglaublich ! Der Mentaltrainer in mir hat endlich Pause !

Susan’s Gedanken zum ersten Marathon, Teil 4

Bevor ich sage „Wir sind dann mal weg“, bleibt doch noch ein bisschen was zu tun. Gestern bin ich mit meinen Vorbereitungen für die Abreise nicht ganz so weit gekommen, wie ich erhofft hatte. Nicht, dass ich rumgetrödelt hätte… – Nein, nein !! Ich wurde aufgehalten…

In unserer schnelllebigen Zeit musste, durfte, ich gestern die Uhr tatsächlich viele male anhalten. Ihr habt Euch Zeit genommen für mich, um mir Mut zu machen, mir Eure guten Wünsche, Eure Gedanken, Eure Zuneigung mit auf die Reise zu geben.  Dabei waren viele Worte und Momente, die mich tief bewegt, im Innersten angerührt haben.

Jörg Bunert gab mir wieder einfache Ratschläge mit auf den Weg (die haben ja schon wunderbar in Köln gewirkt !) Danke Jörg, das ist für mich ein wunderbares Omen, die Mentaltrainerin des Mentaltrainers in mir nahm sich trotz eines vollgepackten Tages die Zeit mich anzurufen und vorrangig zu eruieren, warum der Mentaltrainer in mir seinen Job nicht richtig tut 🙂 Danke Katrin, es war wunderbar mit Dir zu sprechen. Meine Mutter schaute vorbei um mir Glück zu wünschen. Danke, dass Du Dir die Mühe gemacht hast vorbeizukommen. Meine älteste Freundin schaute spontan vorbei (und wir sehen uns wirklich selten !) und brachte mir einen Glückspfennig, den ich auf dem Lauf bei mir tragen werde. Danke, Bine – es bedeutet mir wirklich viel, dass ich Dich immer noch hab, Du mir immer noch so nah bist nach über 35 Jahren Freundschaft. Ein anderer Herzensmensch ohne den ich mir mein Leben überhaupt nicht mehr vorstellen kann, meine Bébé, kündigte an, dass sie heute noch, kurz vor meiner Abreise vorbeischaut. Liebste Bebe, ich hätte Dich so unwahrscheinlich gerne bei mir gehabt in Hamburg. Du wirst mir irrsinnig fehlen an der Seite und ich bin unendlich froh Dich heute noch zu sehen. Unfassbare Nachrichten mit unglaublich liebevollen und motivierenden Worte erreichten mich auf allen Kanälen ! Danke Petra, Herzensmensch, Du berührst mich immer wieder auf ganz besondere Weise ! Danke, Michaela, Deine Nachricht hat mich tatsächlich total überrascht und inhaltlich überwältigt. Und es gibt tatsächlich viele mehr… Danke, Tante Renate, dass auch Du an mich glaubst obwohl ich dem Onkel längst das Wasser nicht reichen kann ;-), Danke Claudia, dass Du mir Deine Geschichte erzählt hast… IHR ALLE SEID UNGLAUBLICH und werdet bei mir sein in Hamburg, werdet mich begleiten und durch durch schwere Momente tragen, die vielleicht kommen werden. Vielleicht !

Und so schließe ich heute nicht mit den Worten „wird schon werden“ sondern zitiere aus Michaela’s Nachricht:

„Kein wird schon werden…sondern…“Wo geht es hier zum Ziel“ ?

Wir sind dann mal weg…

3-2-1…

Donnerstag, der 26. April schon. Heute muss ich schon sagen „Morgen fahren wir los“…noch drei Tage bis Marathon !

Ich bin inzwischen schon arg nervös. Ich glaube es geht mir ein Stück weit besser, wenn wir uns morgen, am späten Vormittag, auf den Weg Richtung Norden gemacht haben.

Der Mentaltrainer in mir arbeitet rund um die Uhr, steht inzwischen kurz vor dem burn-out. Hochsaison ! „Gib doch mal Ruhe“, quengelt er sichtlich überfordert, „und nerv nochmal den Ernährungsberater in dir“. Aber mit dem bin ich fertig… Thema Essen + Trinken habe ich abgeschlossen. Ich werde, wie immer vor meinen Läufen, bis zum Wettkampftag ganz normal essen und trinken und am Wettkampftag selber ausser Kaffee und etwas Wasser nichts zu mir nehmen. Unterwegs gibt’s bestimmt im Bedarfsfall ein Becherchen Wasser irgendwo. Hoffentlich ist’s nicht zu heiß. Das wäre schon blöd. Aber auch das wäre im Zweifelsfall ja nicht zu ändern.

Der Mentaltrainer in mir möchte einen guten Job machen, sucht nach Lösungen für mich und wurschtelt sich daher in Gedanken zurück zum Halbmarathon in Köln, der sich so wunderbar und einfach lief. Er rekapituliert was mich damals hat fliegen lassen. Ihm fällt ein wie unglaublich viele liebe Menschen mich anriefen, mir geschrieben haben auf allen Kanälen, dass sie in Gedanken bei mir wären, mir Glück wünschen, an mich glauben. Jörg Bunert, und DER hat ja nun mal Ahnung vom Thema, schrieb mir „Du schaffst das. Bleib locker und verkrampf nicht – dann läufst es von alleine“. Ein mir ganz wichtiger Mensch schrieb mir „ich hab dich lieb“. All das hatte ich im Kopf, im Herzen. Jörg’s Worte sprach ich gar beim Wettkampf wie ein Mantra innerlich vor mich hin „Lok-ker lau-fen, nicht ver-krampf-en…Lok-ker lau-fen, nicht ver-krampf-en…“, 21 km lang ! Kann sich irgendjemand vorstellen, wie oft diese Worte in 21 km passen ? Aber auch das „ich hab dich lieb“, sowie die begleitenden Worte, die mein Onkel – zig- facher Weltmeister, Europameister und Deutscher Meister im Laufsport, Winfried Schmidt, mir auf einem Zettel an die Windschutzscheibe klemmte, und all die unterstützenden Worte, die mich am Tag vor dem Wettkampf erreicht haben, trugen mich voran. Mit all dieser liebevollen, positiven Unterstützung vergaß ich auf das Wesentliche zu achten – auf den Lauf selber und – zack – war er vorbei und ich hatte ihn irgendwie gar nicht richtig mitgekriegt.

Aber… war er das Wesentliche ?? Ist so ein Lauf das Wesentliche ??? Viel wichtiger, seid doch all Ihr Menschen, die Ihr für mich da seid, mich unterstützt, mögt, Wege mit mir geht, mich begleitet, an mich glaubt. Danke ! Ich bin unendlich dankbar, dass es Euch gibt.

„Was soll schon passieren ?“, wurde ich gestern gefragt. „Du hast doch nichts zu verlieren ! Wenn es nicht mehr geht, gibst Du auf – und gut ist’s.“ Aber nein !!! SO (Achtung ! Kalauer !) läuft das nicht. Giving up is not an option. Bis heute habe ich im Leben noch nie aufgegeben. Ganz egal wie vertrackt eine Situation gewesen sein mag, wie schwierig sich die zu gehenden (oder laufenden) Wege auch darstellten. Aufgegeben habe ich nicht. Und warum ? Weil es eben EUCH gibt, Euch Menschen, die mir wichtig sind und denen ich es auch bin.

Aufgegeben habe ich nie und so wird es auch Sonntag bleiben !

Wird schon werden….

Keine Handvoll Tage mehr…

Schon Mittwoch, der 25.04.2018. Noch 4 Tage bis Marathon… So langsam gehe ich innerlich in die letzten gedanklichen Vorbereitungen, fange an im Kopf den Koffer zu packen. Immer noch ist sich die Wetter-App nicht einig, was werden soll am Sonntag in Hamburg und schwankt in seiner Aussage zwischen 15°C mit Regen und 28°C und praller Sonne ! Ja was denn nun ?!? ICH HABE NICHTS ANZUZIEHEN – jedenfalls ganz sicher nicht das richtige für den großen Lauf. „Ach du je“, winkt der Mentaltrainer in mir ab, „du hast für jedes Wetter mindestens 5 komplette Laufoutfits“ ! „Naja, recht hast du“, muss ich zugeben – aber ich bin so nervös und überhaupt…

Muss ich mir nicht langsam mal Gedanken über die richtige Ernährung vor dem Marathon machen ?? Und was ist mit trinken ??? Ich mache einen Fehler und fange an zu googeln was Marathon-erfahrene Läufer dazu sprechen. DAS hätte ich besser nicht gemacht !!! Das ist so ähnlich wie „mir zwickt’s im großen Zeh“…du googelst…und plötzlich hast du womöglich einen Gehirntumor.

Genervt verdreht der Mentaltrainer in mir die Augen, hüstelt leise und verliert spürbar die Geduld: „Gute Güte, was zum Teufel hast du denn bisher gegessen und wie hast du getrunken“ ? „Nichts“, gebe ich kleinlaut zu, „nur beim Trainingsmarathon etwas Wasser so ab km 30“. „Ja – und ?, fragt der Mentaltrainer in mir, „wie bist u damit klar gekommen“ ? „Hast ja mal wieder recht“ sage ich – aber ich bin halt so nervös und überhaupt…

Muss ich denn nicht irgendwas ganz anders, ganz speziell machen ? Jetzt, vor dem großen Tag auf den ich so lange hin trainiert habe ???

Der Mentaltrainer in mir holt sich den Ernährungsberater in mir mit ins Boot. Beide lächeln nachsichtig und verneinen. „Alles richtig gemacht bis hier her. Bleib einfach auf Kurs und dann läuft es – wie letzten Oktober in Köln beim Halbmarathon“.  Recht haben sie, die beiden. Köln lief sich auch so von alleine runter und im Ziel hab ich erst geschnallt, dass es schon vorbei ist. Also dann… lasse ich alles wie es ist und konzentriere mich darauf beim Kofferpacken die Zahnpasta nicht zu vergessen.

Wird schon werden…